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"Papa ist jetzt unser Schutzengerl"

Ein steirischer Patchworkvater verstarb kürzlich bei einem Arbeitsunfall kurz bevor er und seine Partnerin heiraten wollten. Er hinterlässt seine Lebensgefährtin und 3 Kinder.

Der 45-jährige Walter Höflechner stürzt bei der Arbeit von einer Leiter und stirbt. Er hinterlässt seine Lebensgefährtin Renate Tiefenbacher und drei Kinder. Jetzt ist das Geld knapp.
Walter Höflchner wollte seine Lebensgefährtin Renate Tiefenbacher am 6. September heiraten. Drei Monate zuvor, am 23. Mai 2008 fällt er während der Arbeit von einer Leiter und stirbt. Acht Jahre waren die beiden bereits zusammen, die Hochzeit hatte er still und heimlich geplant, wollte seine Renate überraschen. Sie hat's erst erfahren, als sie für die Beerdigung seine Sachen zusammensuchte. So einfach und kurz, so hart und deutlich kann man die Geschichte der 38-Jährigen Renate Tiefenbacher aus Admont zusammenfassen. Die zierliche Frau muss nun stark sein und ihre drei Kinder alleine großziehen.

Hochzeitsdatum stand fest. "Ja, so war er. Die Beistände, das Hochzeitsdatum, alles stand schon fest", Renate Tiefenbachers Stimme zittert. Sie stockt. Die 38-Jährige kann sich noch genau an den Tag erinnern, als ihr Lebensgefährte nicht mehr von der Arbeit heim kam. "Man kann sich das nicht vorstellen, da geht jemand wohlauf aus der Tür hinaus und kommt einfach nicht mehr heim. Furchtbar."

Tragischer Unfall. Bei Spengelarbeiten kippt die Leiter des gelernten Malers, er stürzt zu Boden. Anfangs ist der 45-Jährige noch bei vollem Bewusstsein. Doch während des Transports verstirbt der zweifache Vater. "Ich weiß noch, um zehn vor halb neun in der Früh ist die Polizei gekommen und hat mir seine Uhr gegeben." Eigentlich hätte Höflechner an dem Tag frei gehabt: "Er wollte sein Arbeitskollegen nicht hängen lassen."

Aus dem Leben gerissen. Der Ort, wo's passierte, liegt unmittelbar neben der Wohnung der Familie. "Man wird immer daran erinnert." Walter Höflechner hinterlässt eine Tochter. Die einjährige Samira, die erst ein paar Monate alt war, als ihr Papa starb. Renate Tiefenbacher hat den 15-jährigen Manuel und die fünfjährige Vanessa in die Beziehung mitgebracht. Das Paar war gerade dabei finanziell Fuß zu fassen, als Walter Höf-lechner aus dem Leben gerissen wurde. "Er hat so eine Freude mit den Kindern gehabt. Er wollte ihnen etwas bieten." Jetzt muss Renate Tiefenbacher für sich und die drei Kinder mit 1100 Euro im Monat auskommen. Mehr als 700 gehen schon für die Miete auf. Die 38-Jährige schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Gerade vor Weihnachten ist das Geld knapp. "Markus hätte gerne einen Computer, aber ich kann ihn mir nicht leisten."

Guter Hoffnung. Obwohl Renate Tiefenbacher den Weihnachtsabend fürchtet, ist sie guter Hoffnung. Der Kinder wegen. "Ich zünde oft eine Kerze an und rede mit dem Walter. Den Kindern sag' ich, dass ihr Papa jetzt Flügel hat und ihr Schutzengerl ist. Er wird immer auf sie aufpassen. Ein Gedanke, der's erträglicher macht."

Quelle: Artikel von Carmen Oster /Kleine Zeitung v. 30.11.2008 
 

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