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BEZIEHUNGSMUSTER - Wie wir Beziehungsmuster erkennen und aufloesen koennen

Negative Kindheitserlebnisse beeinflussen unsere Partnerwahl. Wenn diese für das Kind nicht verarbeitbar sind, werden diese ins Unterbewusstein verdraengt. Waren diese frühen Erlebnisse für das Kind besonders schmerzlich, besteht ein unbewusster Zwang im Erwachsenenalter, gleichartige Situationen zu inszenieren, um die Herrschaft über jene Erfahrungen zu erlangen

Der/die spätere PartnerIn ähnelt dem Elternteil, der sich z.B. durch liebloses Verhalten in das Unterbewusstsein des Kindes eingeprägt hat. Solche Partnerschaften sind der Versuch, den alten Kampf ums Geliebtwerden doch noch zu gewinnen. Je mehr Schmerz wir in der Kindheit erleben mussten, desto stärker wird das Verlangen als Erwachsener diesen Schmerz wiederaufleben zu lassen, in der Hoffnung ihn endlich zu überwinden.

Wir fühlen uns zu jenen Menschen hingezogen, die genau jene Eigenschaften verkörpern, die in unserem Unterbewusstsein noch auf Verarbeitung warten. Es entsteht das Gefühl einer rätselhaften Vertrautheit, eine undefinierbare Faszination, wenn weibliche und männliche Verhaltensweisen wie ein Puzzle zusammenpassen.


Beziehungsmuster bei vergangenen Beziehungen sind nicht unbedingt dadurch zu entlarven indem sich die bisherigen Partner gleichen. Eine Klientin nannte es mal so: „Eigentlich sind meine bisherigen Männer gleich, sie haben nur verschiedene Hosen an!“ Entscheidend ist vor allem wie wir uns in deren Gegenwart selbst gefühlt haben.
Üblicherweise klinken sich Ihre und seine vertrauten Muster aufeinander ein:
Typisches Muster wäre z.B. selbstsüchtiger Mann/aufopfernde Frau, autoritärer Mann/unterwürfige Frau oder auch lieblose Frau/fürsorglicher Mann etc.
Zweitens ist die Beziehung durch Kämpfe und Leiden gekennzeichnet und es mangelt auch nicht an starker Leidenschaft.

Typische Beziehungsfallen wären:
• einen anderen Menschen bis zur Selbstaufgabe verzehren
• diese Besessenheit mit Liebe zu verwechseln
• zulassen, dass die eigenen Gefühle und einen Großteil des Verhaltens bestimmen
• erkennen, dass sie sich auf die eigene körperliche und seelische Gesundheit negativ auswirkt und trotzdem nicht loslassen können.

Dieses Muster lautet: „Liebe macht Leiden“ und ist nur aufzulösen, indem das dahinterliegende Bedürfnis offengelegt wird. So gesehen ist eine inszenierte Wiederholung auch eine Chance diese Entbehrungen zu überwinden. Aber nur, wenn diese Beziehungsmuster bewusst gemacht werden und die Verantwortung für das eigene Kind in einem selbst übernommen wird, ohne dass der/die PartnerIn die ihm zugeordnete Elternrolle übernehmen sollte.

©Margit Picher, Sozial-und Berufspädagogin, staatl. anerkannte Ehe-und Familienberaterin, GF Obfrau des Patchwork-Familien-Service bietet Workshops und "Patchwork-Coachings" auch zu diesen Themen an.