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Ohne Familienkrisen beim "Fest der Liebe"

In vielen Familien verlaeuft das Weihnachtsfest alles andere als friedlich und harmonisch. "Nach den Feiertagen verdoppeln sich bei uns die Anfragen nach Elterncoaching".

Das Patchwork-Familien-Service gibt Trennungspaaren, Alleinerziehenden, Besuchselternteilen und Patchworkfamilien Anregungen zur Konfliktentschärfung und bietet Elterncoaching und Elternbildung an.

Immer höhere Anforderungen:

Offenbar rächt sich unter dem Tannenbaum der Stress der Vorweihnachtszeit. Dazu kommt ein Gefühlscocktail von überzogenen Erwartungen, Harmoniebedürfnis und Familienidealen.

Meiner Einschätzung nach sind viele Eltern grundsätzlich überfordert: "Das hat oftmals weniger mit dem eigenen Versagen zu tun, sondern mit den immer höheren Anforderungen und Ansprüchen."

Der Druck am Arbeitsplatz wachse, hinzu komme sehr häufig der Anspruch eine "perfekte Mutter" und ein "toller Vater" zu sein. "Wird der Anspruch dieses Familienideals, das vielen Eltern tagtäglich durch ExpertInnen, Politik, Medien und Werbung vor Augen geführt wird, nicht erfüllt, werden oftmals Schuld-und Versagensgefühle ausgelöst".

Manche Ratgeber und ExpertInnen empfehlen, dass man möglichst selbstlos und den Kindern zuliebe mit den ExpartnerInnen gemeinsam den Heiligen Abend feiern sollte. Ich halte das nicht für sinnvoll, dies als Ideal zu empfehlen, zumal die Konflikte oftmals unter der Oberfläche schwelen und das Fest zum Desaster werden und nur in wenigen Ausnahmen so gelebt werden kann.

Als gängiges Modell hat sich erwiesen, wenn die Kinder abwechselnd 1 Jahr bei der Mutter und 1 Jahr darauf beim Vater - oder umgekehrt - den Heiligen Abend verbringen.


"Patchwork- Tipps", wie sich die Situation durch selbstorganisatorische Maßnahmen entschärfen lässt:


Rechtzeitige Absprachen mit den leiblichen Elternteilen ohne die Kinder in Loyalitätskonflikte zu bringen

Kurze Auszeit nehmen: Durchatmen und vom Weihnachtstrubel etwas Abstand gewinnen - z. B. eine Stunde in der Natur oder im Park spazieren gehen. Den Kopf frei bekommen und sich bewusstwerden, dass die hohen Anforderungen und dementsprechenden Erwartungen oftmals Auslöser für Krisen sind.

Innere Antreiber erkennen: Welcher Leistungsdruck wird mir von außen auferlegt und welchen mache ich mir selbst?

Prioritäten setzen: Zeit miteinander zu verbringen ist wertvoller als das perfekte Geschenk zu finden. Gutscheine tun es auch.

Konflikte von Krisen unterscheiden: Sind mögliche Unzufriedenheiten verursacht durch zu hohe Ansprüche und Stress oder ist es tatsächlich eine Krise, die sich bereits über längere Zeit hinzieht? Nicht immer ist die Partnerschaft für die eigene Unzufriedenheit verantwortlich.

Erwartungen reduzieren: Es kommt nicht darauf an, dass wir immer bekommen, was wir wollen, sondern wie gut wir nützen, was wir bereits haben.

Weitere Anregungen siehe nebenstehende Links.

Margit Picher

GF Obfrau, Sozial-und Berufspädagogin, Ehe-und Familienberaterin

Kleine Zeitung-Seite1
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Dokumente:
Weiterf�hrende Informationen:
DieStandard-Bericht
Familie ist, was man daraus macht - Kleine Zeitung