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Kind und Karriere schaukeln - wie geht sich das aus?

Berufs- und Privatleben: Fünf Tipps, wie man beides unter einen Hut bringen und rundum zufrieden sein kann.

Kinder brauchen keine perfekten, sondern zufriedene Mütter", sagt Unternehmenstrainerin Margit Picher und: "Es gehört zum Überlebensprogramm, auf sich selbst zu schauen".

Fünf Tipps, mit denen Sie Perfektionismus verabschieden und den eigenen Selbstwert aufmöbeln.

Prioritäten setzen. Nicht immer ist das Dringendste das Wichtigste. "Man hört zu sehr auf seine inneren Antreiber", so Picher. Etwa: "Das muss ich eigentlich gleich machen", "Das sollte ich vorher schnell erledigen" oder "Ich sollte schon längst dort sein". Ein Beispiel dieses so getauften Supermutti-Syndroms: Man kommt von der Arbeit nach Hause, das Kind soll abgeholt werden. Aus einem Schuldgefühl heraus -"es muss ja so sein" - startet man sofort und schleppt das Kind nach dem Abholen in den Supermarkt, wo sich die Anspannung meist beim Süßwarenregal entlädt. Besser: "Erlauber geben: Gönnen Sie sich erst einmal einen Kaffee, gehen Sie vorher einkaufen und holen Sie danach Ihr Kind ab. Dann sind Sie weniger gestresst und können die Begegnung mit ihm in aller Ruhe starten".

Energiefallen. "Unveränderliches annehmen, Veränderbares in Angriff nehmen und vor allem das eine vom anderen unterscheiden", ist laut Picher eine der wichtigsten Zauberformeln zur inneren Zufriedenheit. Konkret: Hat man einen Arbeitsplatz im Einzelhandel, kostet es sinnlose Energie, gegen die neuen Ladenöffnungszeiten anzukämpfen. "Mit Jammern verschleudert man nur Energie", so die Expertin. "Sinnvoller wäre es, sich als Mutter mir zwei Kindern in einem Pflegeberuf oder im Handel einmal zu fragen, ob das überhaupt der richtige Job ist. Wenn ja, was man während der Arbeitszeiten verbessern kann, statt gegen das Unveränderliche anzukämpfen". Wichtig dabei sei es, die Zuständigkeiten im Job und auch im Haushalt klarer zu definieren. "Bereits überforderte Frauen übernehmen oft Agenden von anderen, weil sie einfach nie gelernt haben, nein zu sagen", zeigt Picher auf. "Deshalb sind klare Aufgabenprofile wichtig".

Balance im Leben. Wenn das Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist und man sich überfordert fühlt, sollte man sich Zeit für eine "Standortbestimmung" nehmen, quasi eine Bestandsaufnahme seines Lebens - des Alltags und Berufslebens. Die Auseinandersetzung mit der Situation ist der erste Schritt zur Lösung. "Die Bewältigung eines Problems beginnt mit dem Bewusstsein, dass es besteht", meint Picher. "Wer die Stresssituation erkennt, kann zur Lösung des Problems schreiten". Und: "Trauen Sie sich etwas zu! Die Bereitschaft zum eigenverantwortlichen Handeln ist ein wichtiger Schritt in Richtung Zufriedenheit".

Lösungen. Ohne Rücksicht darauf, wer an dem Problem eigentlich "schuld" ist, sollte man sich selbst Maßnahmen überlegen. Picher: "Man sollte überdenken, was man realistischerweise tun kann, um die belastende Situation zu verändern. Im Rahmen der Möglichkeiten lassen sich durchaus auch einmal neue Methoden entwickeln".

Konsequenzen. Für die "organisierte Unfreiheit des überfüllten Terminkalenders, der keine Spielräume mehr zulässt" ist jeder selbst verantwortlich. "Den Einsatz Ihrer Zeit und Ihres Tuns sollten Sie nicht dem Zufall, den täglichen Routinen und Abläufen oder den wachsenden Turbulenzen überlassen", rät die Expertin. "Letztendlich bestimmt jeder selbst, womit er seine Zeit verbringen will." Die Konsequenzen seines Handelns muss man selbst tragen. Eine Übung dazu: Augen schließen und gedanklich auf Zeitreise gehen. Picher: "Stellen Sie sich vor, was Sie am Sterbebett künftigen Hinterbliebenen erzählen würden. Vermutlich würde sich niemand wünschen: Hätte ich bloß mehr Zeit im Büro oder mit Ärgern verbracht".

Quelle: Kleine Zeitung Autorin: Bigrit Pichler

 
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